Für eine korrekte Anzeige der Inhalte dieser Website muss die JavaScript Funktion aktiviert werden.

Ärger mit den Nebenkosten?

Geld zurück durch Kontrolle der Nebenkostenabrechung

 

Mindestens einmal im Jahr wird selbst ein gutes Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter auf eine harte Probe gestellt, dann nämlich, wenn die Nebenkostenabrechnung ins Haus flattert.

So ist man als Mieter schon dankbar, wenn die eigene Nebenkostenvorauszahlung dem tatsächlichen Verbrauch entspricht, denn an eine Rückzahlung von Guthaben wagen die Meisten gar nicht zu denken.

 

Zu Unrecht! Denn nach Erkenntnissen des Deutschen Mieterbundes ist nahezu jede zweite Nebenkostenabrechnung fehlerhaft. Der Grund dafür liegt meist darin, dass teilweise Kosten auf den Mieter umgelegt werden, die dieser gar nicht tragen muss. Für den Mieter lohnt es sich in jedem Falle die Nebenkostenabrechnung Punkt für Punkt überprüfen.

 

Hier die wichtigsten Punkte auf die Sie achten und überprüfen sollten:

Grundsätzlich muss der Mieter nur Nebenkosten zahlen, wenn dies im Mietvertrag ausdrücklich vereinbart wurde. Was aber nicht heißen soll, dass der Vermieter willkürlich sämtliche Kosten auf den Mieter abwälzen darf und dieser für  alles aufkommen muss, was von ihm gefordert wird.

Nach der Berechnungsverordnung dürfen nur die folgenden 17 Nebenkosten auf den Mieter umgelegt werden:

Heizkosten, Warmwasser, Kosten für verbundene Heizungs- und Warmwasserversorgungsanlage, laufende öffentliche Lasten des Grundstücks ( z.B. Grundsteuer), Wasserkosten (Wasserverbrauch, Kosten für Wasserzähler), Abwasser, Straßenreinigung / Müllabfuhr, Stromkosten (auch Außenbeleuchtung, Treppenhaus), Hausreinigung / Ungezieferbekämpfung, Fahrstuhl, Gartenpflege, Schornsteinfeger, Versicherungen (Feuer, Sturm, Wasser, Glasversicherung), Hauswart (jedoch nicht Reparaturen oder Verwaltungsaufgaben), Gemeinschaftsantenne / Breitbandkabel und monatliche Grundgebühr (nicht jedoch Reparatur), Kosten für Gemeinschaftswaschmaschine, sonstige Kosten für Gemeinschaftseinrichtungen.

 

Wissenswert ist natürlich auch, dass der Vermieter spätestens zwölf Monate nach Ablauf des Abrechungszeitraumes die Nebenkosten abrechnen muss. Bei verspäteter Abrechnung kann der Vermieter keinen Cent Nachzahlung mehr vom Mieter verlangen, denn die Frist ist eine Ausschlussfrist.

Ihr gutes Recht: Sie haben 30 Tage Zeit die Nebenkostenabrechnung zu kontrollieren. Tauchen Zweifel auf, so fordern Sie Originalunterlagen (z.B. den Grundsteuerbescheid) an. Bis zur endgültigen Klärung haben Sie das Recht die geforderte Nachzahlung zurückzuhalten.

 

Haben Sie Zweifel an umlagefähigen Betriebskosten, so lassen Sie sich von einem fachkundigen Anwalt beraten und ggf. die Nebenkostenabrechnung überprüfen.

 

Angesichts der Tatsache, dass die Nebenkosten mittlerweile schon zur zweiten Miete geworden sind und die Haushalte Deutschlands bereits hunderte Milliarden allein an Nebenkosten zahlen müssen, scheint ein genauer Blick auf die Abrechnung für den Mieter auf jeden Fall zu lohnen.